Stanzbiopsie (Gewebeentnahme aus der weiblichen Brust)

Bei der Stanzbiopsie geht es um die Abklärung röntgenologisch oder sonographisch nachgewiesener Befunde in der weiblichen Brust. Dabei werden in örtlicher Betäubung unter Ultraschallsicht aus dem abzuklärenden Bezirk 1-3 Gewebsproben mittels einer ca. 2 mm dicken Hohlnadel entnommen („ausgestanzt“), die dann feingeweblich untersucht werden.

Je nach Befund ergibt sich das weitere Vorgehen: bei Bösartigkeit Planung des operativen Vorgehens, bei Gutartigkeit sind regelmäßige Kontrollen ausreichend. Unnötige operative Eingriffe können so vermieden werden.

 

Der Vorteil der Stanzbiopsie gegenüber der "offenen Biopsie" (d.h. Gewebeentnahme in Vollnarkose während eines stationären Aufenthaltes) ist, dass er ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Der Eingriff ist nicht schmerzhafter als z. B. eine Blutentnahme aus der Armvene. Der Nachteil ist natürlich, dass nur ein Teil des Tumors entfernt werden kann. Dieser Teil muss repräsentativ sein, deswegen werden in der Regel 3-5 Biopsien entnommen. Die Gefahr einer Tumorzellverschleppung wird nach neueren Untersuchungen verneint.

Für die Planung einer Operation ist es aber von Vorteil, die Art des Tumors bereits zu kennen. Insbesondere für brusterhaltende Operationen ist es von Bedeutung, dass man dann bei der kompletten Entfernung des Tumors einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten kann.

Andererseits kann bei einem gutartigen Befund auf die Entfernung des Tumors verzichtet werden. Unnötige Operationen (und damit auch unnötige Kosten) und unnötige Ängste können so vermieden werden.

 Zum praktischen Vorgehen: Der Befund muss im Ultraschall sichtbar sein: Dann wird eine lokale Betäubung der Haut und des Gewebes bis zum Tumor vorgenommen und dann unter Ultraschallsicht punktiert.

  Fibroadenom von 22 x 9 mm Größe   Punktion: die Nadel kommt von rechts oben

 

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